Savaran Weblog – Die Achillesfersen von Hartz IV

Bewerbungsbemühungen bei INSM etc.

Initiativbewerbung an neoliberalen Think Tank INSM …

+++++++ SKANDAAAAAAAAL! :-) +++++++

Neoliberaler Sauhaufen will gar kein Lohndumping!!! Die These von der Arbeitsplatzmaschine bei niedrigen Löhnen ist gelogen!!!!!

Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft besteht nur aus Lügnern, Betrügern, Besitzstandswahrern! – Wasser predigen und Wein saufen!

Jedenfalls habe ich alles richtig gemacht. Denn die Frau Kornelia Mehmke, wohnhaft Bonn-Ippendorf, Dozentin in einem Bewerbungstraining der DAA, Brühl, sagte, dass man sich dem Unternehmen anpassen solle und voll seine Stärken zur Geltung bringen könnte.

From: xxxx

To: info@insm.de

Sent: Sunday, July 06, 2008 7:41 PM

Subject: Initiativbewerbung

Der_Arge :-)

Ahrimanstr. 666

50321 Brühl

xxx@xxxx.de

INSM – Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft GmbH

Herrn Dieter Rath

Herrn Max A. Höfer

Gustav-Heinemann-Ufer 84-88

50968 Köln

INITIATIVBEWERBUNG

Sehr geehrter Herr Rath,

sehr geehrter Herr Höfer,

mit diesem Schreiben möchte ich Ihnen eine Bewerbung in Ihrem Hause zukommen lassen. Meine persönlichen Stärken liegen in einer analytischen Denkweise sowie ausgeprägten Public-Relations-Talenten.

Ich will gegen die Teufelssaat des Mindestlohnes ankämpfen, denn wo kämen wir denn hin, wenn wir in Deutschland den Art. 7 des Internationalen Paktes über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte vom 19.12.1966 (BGBl 1973 II, S. 1570, IPwskR) und insgesamt verbindliches internationales Völkerrecht bzw. Menschenrecht beachten würden. Wir sind schließlich nicht die Türkei oder Iran! – Immerhin ist der Verstoß gegen völkerrechtliche Verträge mit der Einführung der Arbeitsmarktreform „Hartz IV“ ja bereits glänzend gelungen, ohne dass dies eine bedeutende Mehrheit bemerkt hätte (Normenkollision: Art. 11 IPwskR und Art. 13 Europäische Sozialcharta vom 18.10.1961 (BGBl 1964 II, S. 1262, ESC) mit § 9 SGB I i. V. m. § 2 SGB II). Gerade solche Mummenschanzspiele erregen mein persönliches Interesse in besonderem Maße. Zu „Parasiten“, wie Bundesminister a. D. Wolfgang Clement zurecht erkannte (Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit, 2005), äußerten sich unsere Vorfahren bereits ähnlich: „Wer außerhalb der Volksgemeinschaft steht, steht auch nicht im Recht (…)“ (Prof. Dr. Karl Larenz, Universität Kiel, 1935).

Mein Gehaltswunsch liegt bei 1,00 Euro pro Stunde, denn schließlich ist es heilige Pflicht fürs Vaterland seinen Beitrag zu leisten, um die Lohnnebenkosten abzusenken. „Auch die Mehrzahl der Ökonomen setzt auf die Beeinflussung des Arbeitsangebots. Sie lassen sich von der These leiten: Arbeit gibt es genug, nur nicht zu bezahlbaren Löhnen!“ (Fuest et al., 2008, S. 6).

Mein persönliches Menschenbild ist im Wesentlichen durch die Schriften von Benedikt Siebenhaar und Claus Reis (Ministerium für Wirtschaft und Arbeit des Landes Nordrhein-Westfalen, 2003) sowie de Sade geprägt. Arbeitslosigkeit zeugt grundsätzlich von einer defizitären Lebensweise; weitere Reformen mit Einsatz passgenauer Hilfepläne im Rahmen des Case Managements sind unabdingbar. Siebenhaar schrieb prägnant:

„Hier konnten drei Untergruppen gebildet werden:

- Die Gruppe von Hilfebedürftigen, die fest eingebettet sind in eine Familientradition und in die entsprechenden sozialen Netzwerke des Lebens in und mit der Sozialhilfe. Im Fachjargon spricht man hier von ‚Sozialhilfeadel’ und meint damit auch, dass diese Hilfeberechtigten gelernt haben, unter Bedingungen des soziokulturellen Existenzminimums ‚kompetent’ auszukommen, d. h. nicht zu verwahrlosen“ (Ministerium für Wirtschaft und Arbeit des Landes Nordrhein-Westfalen, 2003, S. 32).

Konsequentes workfare (Fuest et al., 2008 ) sollte vor diesem Hintergrund oberstes Ziel eines jeden vernunftbegabten Staatsbürgers sein.

Workfare ist Ahnenerbe!

„Soweit die Bekämpfung Asozialer nicht auf Grund spezieller gesetzlicher Vorschriften durchgeführt werden kann, (Asylierung offen Tuberkuloser, zwangsweise Unterbringung Geschlechtskranker in Heilanstalten, Einweisung in Trinkerheilstätten usw.) wurde das Augenmerk besonders auf die Arbeitserziehung gerichtet, da das allen Asozialen gemeinsame Merkmal die Arbeitsscheu ist“ (E-615/42 Bekämpfung der Asozialen, Wien, den 18. Juli 1942. Gemeindeverwaltung des Reichsgaues Wien, Hauptabteilung E – Gesundheitswesen und Volkspflege, An den Oberbürgermeister der Hauptstadt der Bewegung Wohlfahrtsamt, exp 23.7.1942).

Mit Blick auf eugenische Gesichtspunkte helfe ich Ihnen gerne, Ihr Unternehmen auf Vordermann zu bringen, um auch den letzten Funken des nachteilig-altruistischen, phylogenetisch einer Gegenselektion unterliegenden humanistischen Denkens auszumerzen.

Als Referenzen möchte ich Ihnen insbesondere Frau Dipl.-Bibl. (FH) Anja Bley, vormals Leiterin der Stadtbücherei Brühl, jetzt Fachgebietsleiterin der Stadtbücherei Velbert (www.velbert.de und anja.bley@velbert.de), nennen. Frau Bley war ein großes Vorbild für mich, als sie sich im Rahmen meiner in der Stadtbücherei Brühl im Sommer 2006 ausgeübten Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung gem. § 16 Abs. 3 SGB II über sämtliche lästigen Gesetze und Verordnungen der Bundesrepublik Deutschland sowie die geltende Sozialrechtsprechung radikal hinwegsetzte. Gesetze sind nur für Schwache, wie bereits Charles Darwin (1859) erkannte: „The survival of the fittest.“

Ich sehe bereits jetzt mit Freuden der Einrichtung eines neuen, meinen Talenten entsprechenden Arbeitsplatzes entgegen, denn Arbeit gibt es laut Aussagen der INSM bekanntermaßen überall.

Mein Arbeitsbuch werde ich ggf. nachreichen.

Mit freundlichen Grüßen

Der_Arge :-)

Anlage: Bewerbungsmappe

Literaturhinweise

Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (Hrsg.) (2005, August). Vorrang für die Anständigen – Gegen Missbrauch, „Abzocke“ und Selbstbedienung im Sozialstaat: Ein Report vom Arbeitsmarkt im Sommer 2005, Broschüre, Berlin,

http://www.harald-thome.de/media/files/Gesetzestexte%20SGB%20II%20+%20VO/Gesetzestexte%20SGB%20XII%20+%20VO/Seminare/Clement/Sozialmissbrauch_Bericht_BMWA.pdf.

Darwin, Charles (1859). On the Origin of Species by Means of Natural Selection, or the Preservation of Favoured Races in the Struggle for Life, John Murray, London.

Fuest, Clemens; Konrad, Kai A.; Brümmerhoff, Dieter et al. (2008). Existenzsicherung und Erwerbsanreiz: Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesministerium der Finanzen, Mai 2008,

http://www.bundesfinanzministerium.de/nn_4342/DE/Wirtschaft__

und__Verwaltung/Finanz__und__Wirtschaftspolitik/

Wissenschaftlicher__Beirat/Gutachten__und__Stellungnahmen/

Ausgewaehlte__Texte/001__a__gutachten__existenzsicherung__

erwerbsanreiz,templateId=raw,property=publicationFile.pdf.

Ministerium für Wirtschaft und Arbeit des Landes Nordrhein-Westfalen (MWA) (Hrsg.); Siebenhaar, Benedikt; Kocks, Birgitt; Reis, Claus; von Freyberg, Thomas; Kinstler, Hans-Joachim; Wende, Lutz (2003). Case Management. Theorie und Praxis, Veröffentlichungsnummer 1103, Düsseldorf : Toennes Druck+Medien,

http://www.hanze.nl/NR/rdonlyres/B0DAF757-8FF5-4532-B7A1-BFF3ABE1C4F7/0/ DE19puntencasemanagement.pdf.

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Die Absage der INSM … :-(

—– Original Message —–
To: xxxx
Sent: Monday, July 07, 2008 10:09 AM
Subject: AW: Initiativbewerbung
Sehr geehrter Herr xxxxx,
vielen Dank für Ihre Initiativbewerbung bei der INSM. Derzeit haben wir keine freie Stelle zu besetzen.
Mit freundlichen Grüßen
Sigardt Nachtigall
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Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft GmbH
Gustav-Heinemann-Ufer 84-88
50968 Köln
Tel. 0221 / 49 81-402
Fax 0221 / 49 81-406
Geschäftsführer: Max A. Höfer, Dieter Rath
Berlin HRB 74215 B
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1 Antwort bis hierher ↓

  • Hau // Januar 28, 2009 um 1:48

    Applaus. Habe sehr gelacht !

  • So wie die Geschäfte samstags auf dem Land ab 16 Uhr, sind die Kommentare geschlossen.